Mit der Energiewende sind vielfältige Beschäftigungsfelder entstanden und haben für einen neuen Beschäftigungsrekord gesorgt. Im Jahr 2025 waren 436.000 Menschen in der Branche der erneuerbaren Energien beschäftigt – so viele wie nie zuvor. Das ist ein Plus von knapp vier Prozent im Vergleich zum bisher besten Jahr 2023.

25 Jahre Energiewende zeigen: Bleiben die Investitionen aus, werden Arbeitsplätze abgebaut

Die Einführung des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 schuf gute Rahmenbedingungen für Investitionen in die erneuerbaren Energien. Diese stiegen kontinuierlich bis zum Jahr 2010 auf fast 28 Milliarden Euro an. Gleichzeitig wuchs die Beschäftigung und erreichte ihren ersten Höchststand im Jahr 2011 mit 415.000 Personen. Doch diese positive Entwicklung hielt nicht an. In den folgenden Jahren gab es zwei harte Einschnitte in der Entwicklung. Im Solarbereich halbierten sich nach drastischen Förderkürzungen und dem Einbruch der inländischen Herstellung von Solarmodulen zwischen 2011 und 2013 die Beschäftigtenzahlen von 156.700 auf 70.200. Bis 2017 gingen sie gar auf 39.900 zurück. Auch die Investitionen in die Solarenergie verringerten sich von 20 Milliarden Euro (2010) auf 2 Milliarden Euro (2017). Der zweite Einschnitt fand in der Windbranche statt. Dort sank die Beschäftigung nach der Einführung eines neuen Ausschreibungsverfahrens und einer Deckelung des Ausbaus von 167.700 im Jahr 2016 auf 130.500 Personen im Jahr 2018, also etwa um ein Fünftel. Die Investitionen sanken von über 10 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf gut 2 Milliarden Euro im Jahr 2020.

Windenergie ist stärkster Bereich in den erneuerbaren Energien

Seit 2021 ist ein erneuter Aufschwung in den Beschäftigungszahlen zu beobachten. Es wurden neue ambitionierte Ausbauziele gesetzt und Genehmigungsverfahren beschleunigt, wodurch es einen Rekord an genehmigten Windkraftanlagen gab. Dazu kamen in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine hohe Energiepreise und ein Stopp der Gaslieferungen, die den Ausbau der erneuerbaren Energien ebenfalls vorantrieben. Im Jahr 2025 ist die Windenergie der stärkste Beschäftigungsbereich innerhalb der erneuerbaren Energien. Die Zahl der Beschäftigten stieg zwischen 2021 und 2025 um rund 35 Prozent auf 172.000. Die Windenergie stellt damit mehr als ein Drittel aller Arbeitsplätze im Sektor der erneuerbaren Energien und es wurden im Jahr 2025 über 11 Milliarden Euro in die Windkraft investiert. Weitere wichtige Säulen sind die Biomasse mit circa 97.000 Personen sowie die Solarenergie mit einer Beschäftigung knapp unter der Marke von 90.000 Personen.

Wie sensibel die Beschäftigungszahlen der erneuerbaren Energien auf veränderte politische Rahmenbedingungen reagieren, zeigt neben den beiden Einschnitten in der Solar- und Windenergie die Entwicklung bei den Wärmepumpen besonders deutlich. Nach mehr als 350.000 neu installierten Wärmepumpen im Jahr 2023 fiel der Ausbau in Folge des heftig diskutierten Heizungsgesetzes im Jahr darauf auf 200.000 Anlagen. 2025 schließlich wurden dann wieder knapp 300.000 Wärmepumpen installiert. Die Beschäftigungszahlen in diesem Sektor fielen zunächst um 28 Prozent auf 51.300 Personen, stiegen im vergangenen Jahr dann wieder auf über 72.000 Mitarbeiter:innen.

Fraglich ist, ob sich der aktuelle positive Trend der Beschäftigungsentwicklung in den erneuerbaren Energien weiter fortsetzen wird oder ob ein energiepolitischer Kurswechsel der Bundesregierung zu einem Einbruch an Investitionen und damit zu einem Einbruch bei der Beschäftigung führen wird.

Erfahren Sie dazu mehr im nächsten Blogbeitrag: Energiepolitischer Kurswechsel gefährdet Arbeitsplätze in den erneuerbaren Energien.